Rotes Eichhörnchen: wochenlange Arbeit in 90 Sekunden

Sammler und Numismatiker sehen meist nur die fertige, geprägte Münze, während ihnen der aufwendige Prozess, der der Prägung vorausgeht, weitgehend verborgen bleibt. Ein italienischer Münzgestalter und Bildhauer Sandra Deiana Sie dokumentierte die Entstehung des Originalmodells für die luxemburgische 5-Euro-Sammlermünze, die dem roten Eichhörnchen gewidmet ist. Sie fasste mehrere Wochen Recherche, Zeichnen, Modellieren und Verfeinern in einem etwa 90 Sekunden langen Video zusammen.

Video: Sandra Deiana. Veröffentlicht mit Genehmigung und Zustimmung des Autors. Zentralbanken in Luxemburg.

Rotes Eichhörnchen auf der 5-Euro-Münze

Im Jahr 2026 setzte die Luxemburger Zentralbank ihre Serie von Gedenkmünzen fort, die der einheimischen Tierwelt gewidmet ist, und brachte eine Ausgabe mit dem Rot Eichhörnchen heraus, dessen lateinischer Name Grauhörnchen. Dieser unverwechselbare Bewohner der europäischen Wälder spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen und der Wiederherstellung des Waldökosystems.

Auf der Vorderseite der Münze ist Großherzog Guillaume abgebildet, neben der Jahreszahl 2026 und dem Ländernamen LËTZEBUERG. Das Porträt wurde vom österreichischen Designer Helmut Andexlinger entworfen.

Auf der Rückseite ist ein Eichhörnchen auf einem Ast abgebildet, das einen Samen in seinen Vorderpfoten hält. Neben dem Motiv befinden sich der Nennwert von 5 €, der wissenschaftliche Name der Art und eine stilisierte Unterschrift. Sandra Deiane.

Die Münze ist bimetallisch. Der Kern besteht aus einer Legierung namens “Nordic Gold” (89,1 % Cu, 5,1 % Al, 5,1 % Zn und 11 % Sn). Der Ring besteht aus 925er Feinsilber. Die Münze hat einen Durchmesser von 34 Millimetern und wurde im Polierplattverfahren geprägt. Die Auflage beträgt 2.000 Stück; geprägt wurde sie bei der Königlich-Niederländischen Münzanstalt. Sie wird in einer speziellen Verpackung mit einer illustrierten Broschüre geliefert.

Von der ersten Skizze bis zum Gipsmodell

Laut Sandra Deiana beginnt die Entstehung einer Münze schon lange vor der Arbeit mit Knetmasse und Gips. Die Künstlerin setzt sich zunächst mit den Anforderungen des Auftraggebers auseinander, recherchiert das Thema, sammelt Referenzmaterial und entwirft mehrere Skizzen. Das ausgewählte Design muss innerhalb des kleinen kreisförmigen Raums harmonisch und gut lesbar sein, wobei bereits in der Entwurfsphase Aspekte wie Inschriften, Freiflächen, die Höhe des Reliefs und das Lichtspiel auf dem Metall berücksichtigt werden müssen.

Nachdem die Vorzeichnung genehmigt wurde, wird das Motiv von Hand als Positivrelief aus Plastilin modelliert, und zwar in einem Maßstab, der weit über dem der endgültigen Münze liegt. Anschließend werden mehrere Gipsformen und Gussstücke – sowohl Negativ- als auch Positivabgüsse – angefertigt und schrittweise verfeinert. Selbst kleinste Abweichungen in Tiefe, Form oder Textur können von Bedeutung sein, sobald das Modell auf einen Durchmesser von nur 34 Millimetern verkleinert wurde.

In einem sehr flachen Relief den Eindruck von Volumen zu erzeugen, ist eine der größten Herausforderungen in der Medaillenkunst. Das Eichhörnchen, sein Schwanz, seine Pfoten, sein Fell und der Ast müssen klar erkennbar bleiben und sich gleichzeitig für die Übertragung auf das Werkzeug und für den Prägevorgang eignen. Aus diesem Grund überprüft der Künstler ständig die Beziehungen zwischen den Flächen, die Schatten und die Lesbarkeit der Details.

Wochenlange Arbeit in anderthalb Minuten

Das gezeigte Video gibt nur einen komprimierten Einblick in einen weitaus längeren Prozess. Hinter der fertigen Münze stehen Recherchen, Entwürfe, Gespräche mit dem Auftraggeber, Modellierung, Formbau, Korrekturen und die ständige Überprüfung, wie sich das Motiv nach der Übertragung auf Metall verhalten wird.

Sandra Deiana Das in Eindhoven, Niederlande, ansässige Team verbindet in seiner Arbeit traditionelles Zeichnen und Handmodellieren mit modernen digitalen Verfahren. Das Video über das „Rote Eichhörnchen” gewährt einen seltenen Einblick in einen Teil der numismatischen Produktion, den Sammler so gut wie nie zu sehen bekommen. Gleichzeitig zeigt es, wie viel Überlegung, Wissen, Geduld und Präzision in einem Objekt mit einem Durchmesser von nur wenigen Zentimetern stecken können.

Auf der Website können Sie die Arbeit dieses talentierten Künstlers verfolgen. www.sandradeiana.com, und am auf Facebook, Instagram, LinkedIn i auf YouTube.

Autor: Zlatko Viščević mit KI-Unterstützung
Bilder und Videos: www.sandradeiana.com, Zentralbank von Luxemburg


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