Die kroatischen Umlaufmünzen, die Kuna und die Lipa, wiesen eine interessante Besonderheit auf, die sie unter Numismatikern weltweit unverwechselbar machte. Je nachdem, ob das Prägejahr gerade oder ungerade war, trugen die Münzen die kroatischen oder lateinischen Namen der auf der Rückseite abgebildeten Pflanzen und Tiere.
Auf den in ungeraden Jahren geprägten Münzen waren die Namen auf Kroatisch angegeben, während die in geraden Jahren geprägten Münzen die lateinischen, d. h. wissenschaftlichen Namen der abgebildeten Pflanzen- und Tierarten trugen. Auf der 1-Kuna-Münze beispielsweise ist auf der Rückseite eine Nachtigall abgebildet, neben der kroatischen Inschrift “SLAVUJ” oder der lateinischen Bezeichnung “LUSCINIA MEGARHYNCHOS”.
Diese Art der Prägung von Münzserien war ein sehr interessantes numismatisches Detail. Der gleiche Nennwert erschien auf der Rückseite praktisch in zwei Sprachvarianten, wobei der Wechsel zwischen kroatischen und lateinischen Inschriften vom Prägejahr abhing.
Fehler auf einer 1-Kuna-Münze aus dem Jahr 1994
Die ersten 1-Kuna-Münzen mit lateinischer Inschrift tragen die Jahreszahl 1994. Bei dieser Ausgabe trat einer der bekanntesten Fehler im kroatischen Umlaufgeld auf.
Anstelle der korrekten Schreibweise “LUSCINIA MEGARHYNCHOS” ist auf der Münze “LUSCINNIA MEGARHYNCHOS” zu lesen. Somit enthält der Name “Luscinia” ein “N” zu viel.
Interessanterweise findet sich die falsche Schreibweise sogar im offiziellen Beschluss von 1995 über die grundlegenden Merkmale der Kuna- und Lipa-Münzen mit den lateinischen Namen von Tieren und Pflanzen. Darin wird für die 1-Kuna-Münze aus dem Jahr 1994 offiziell die Inschrift „LUSCINNIA MEGARHYNCHOS” angegeben.

In der nächsten Ausgabe mit dem Jahrgang 1996 wurde der Fehler korrigiert, sodass die Münze nun die korrekte Schreibweise “LUSCINIA MEGARHYNCHOS” trägt. Münzen mit dem Jahrgang 1996 wurden am 16. Mai 1996 in Umlauf gebracht.

So entstanden von Anfang an zwei deutlich voneinander unterscheidbare Varianten einer einzigen Münze mit lateinischer Inschrift:
- 1994. LUSCINNIA MEGARHYNCHOS – falsch beschriftet, zwei Ns
- 1996 und später – LUSCINIA MEGARHYNCHOS – korrigierte Inschrift, ein Buchstabe N
Diese Unterscheidung ist kroatischen Numismatikern seit langem bekannt und stellt in Katalogtexten eine sehr klare und leicht erkennbare Variante dar.
Eine weniger bekannte Änderung an den Münzen aus den Jahren 2016 und 2018.
Weitaus weniger bekannt ist, dass sich gegen Ende der Kuna-Zeit eine weitere interessante Veränderung abzeichnet.
1-Kuna-Münzen nach Jahr 2016 und 2018. Im Vergleich zu früheren Ausgaben mit lateinischer Inschrift ist ein verändertes Motiv auf der Vorderseite zu erkennen. Beide Jahrgänge wurden offiziell als Umlaufmünzen mit lateinischen Bezeichnungen von Tieren und Pflanzen ausgegeben.
Am deutlichsten zeigt sich die Veränderung im Erscheinungsbild der Inschrift. Bei den älteren Ausgaben sind die Buchstaben des lateinischen Namens relativ dünn und klar geformt. Bei den Exemplaren aus den Jahren 2016 und 2018 ist die Inschrift deutlich dicker, und die Prägung der Vorderseite wirkt insgesamt etwas gröber.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich lediglich um einen geringfügigen Unterschied, der beim Prägevorgang entstanden ist. Ein Vergleich der Exemplare offenbart jedoch ein weiteres, sehr charakteristisches Detail.
Die Buchstaben “I” und “N” sind im Schriftzug “LUSCINIA” miteinander verbunden.”
Am einfachsten lässt sich diese Variante an der Aufschrift “LUSCINIA” erkennen.
Bei älteren Ausgaben mit dünnerer Schrift sind die Buchstaben “I” und “N” deutlich voneinander getrennt. Zwischen ihnen ist ein sichtbarer Abstand zu erkennen, und jeder Buchstabe ist individuell geformt. Auf den Münzen von 2016 und 2018 führen die dickeren Elemente der Inschrift dazu, dass sich die Buchstaben “I” und “N” praktisch berühren oder sogar miteinander verschmelzen.

Genau das ist ein sehr praktisches Detail zur Identifizierung der Variante, da man nicht das gesamte Relief der Münze vergleichen muss. Es reicht aus, den Teil der Inschrift “LUSCINIA” genau zu betrachten, in dem die Buchstaben “I” und “N” vorkommen.

Der Unterschied lässt sich wie folgt vereinfacht darstellen:
- Frühere Ausgaben: dünnere Schrift, “I” und “N” getrennt
- 2016 und 2018: fetterer Schriftstil, das “I” und das “N” sind miteinander verbunden
Es handelt sich also um einen Unterschied, der auf eine veränderte Prägeform der Rückseite zurückzuführen ist, und nicht lediglich um eine zufällige Unregelmäßigkeit eines einzelnen Exemplars.
Rückkehr zum alten Erscheinungsbild in den Jahren 2020 und 2022
Besonders interessant ist, dass diese Änderung nicht während der gesamten Zeit der Prägung der Kuna beibehalten wurde.
Mit datierten Münzen 2020 und 2022. Der frühere Schriftstil mit dünneren Buchstaben taucht wieder auf. Beide Jahrgänge gehören zudem zu Ausgaben mit den lateinischen Namen von Pflanzen und Tieren.
Das bedeutet, dass die Variante mit der verdickten Inschrift und der charakteristischen Verbindung der Buchstaben “I” und “N” sehr genau datiert werden kann:
- 2012 und früher: eine feine Inschrift, “I” und “N” voneinander getrennt
- 2016.: Eine fette Inschrift, bestehend aus den miteinander verbundenen Buchstaben “I” und “N”
- 2018.: Eine fette Inschrift, bestehend aus den miteinander verbundenen Buchstaben “I” und “N”
- 2020.: ein dünnes, eigenständiges “I” und “N”
- 2022.: eine feine Inschrift, “I” und “N” voneinander getrennt
Die Rückkehr zum früheren Design aus dem Jahr 2020 zeigt einmal mehr, dass die Münzen aus den Jahren 2016 und 2018 eine eigenständige und klar erkennbare Gruppe bilden.
Eine neue Variante für Sammlungen kroatischer Währung
Diese Unterscheidung ist besonders interessant für Sammler, die kroatische Münzen nicht nach Jahrgang, sondern ausschließlich nach Typ, Untertyp und Variante sammeln. Nun müssen sie neben den anderen Münzen mit lateinischen Inschriften jeweils ein Exemplar aus dem Jahr 2016 und eines aus dem Jahr 1018 erwerben.
Bei einer Kuna mit lateinischer Inschrift, bei der es sich nicht um eine Gedenkausgabe handelt, lassen sich daher mindestens drei sehr interessante Varianten unterscheiden:
- 1994 – fehlerhafte Beschriftung “LUSCINNIA MEGARHYNCHOS”
- Standardausführung – korrigierte Inschrift “LUSCINIA MEGARHYNCHOS” und schmale Buchstaben
- 2016 und 2018 – “LUSCINIA MEGARHYNCHOS” in Fettdruck, wobei das “I” und das “N” miteinander verbunden sind.”
Gerade solche kleinen Unterschiede machen die eingehende Untersuchung von Umlaufmünzen so interessant. Eine Münze, die auf den ersten Blick völlig gewöhnlich erscheint, kann bei genauerer Betrachtung unterschiedliche Prägeformen und Merkmale offenbaren, die im täglichen Umlauf weitgehend unbemerkt geblieben sind.
Für kroatische Numismatiker bedeutet dies ein weiteres interessantes Stück für ihre Sammlungen. Besonders interessant ist dies für diejenigen, die die Kuna und die Lipa nach Typ und Variante systematisieren, da die 1-Kuna-Exemplare aus den Jahren 2016 und 2018 ein klar erkennbares Rückseitendesign darstellen, das zwischen den früheren Ausgaben und der Rückkehr zu dünnerer Schrift in den Jahren 2020 und 2022 liegt.
Autor: Zlatko Viščević mit KI-Unterstützung
Bilder: Numex – Shop für Münzen, Banknoten und Militaria [www.numex.hr]








