Numismatischer Herbst in Prag

Die tschechische Numismatik ist ein äußerst interessantes Gebiet mit einer reichen und langen Währungstradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht und sich über verschiedene politische und staatliche Rahmenbedingungen hinweg bis zur heutigen tschechischen Krone fortgesetzt hat. Gerade aus diesem Grund bieten Prag und seine Umgebung eine Vielzahl von Attraktionen, die für Numismatiker von Interesse sind – vom aktuellen Marktgeschehen und internationalen Sammlertreffen über museale Ausstellungen zur Geldgeschichte bis hin zu Stätten, die in direktem Zusammenhang mit dem Silberbergbau und der Münzprägung stehen. Bei dem diesjährigen Besuch waren drei Veranstaltungsorte von besonderem Interesse: die Messe „Sběratel“, die Ausstellung der Tschechischen Nationalbank sowie Kutná Hora mit seinem Tschechischen Silbermuseum.

Sammlermesse

Tschechisch Sammler Es ist eine jener Messen, die schon bei der Ankunft sofort den Eindruck einer lebhaften und gut besuchten Sammlerveranstaltung vermittelt. Die Messe findet in der PVA EXPO PRAHA in Letňany außerhalb des Stadtzentrums statt, was sich in der Praxis als Vorteil erweist, da sie sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist, reichlich Platz bietet und die Organisation selbst – von der Werbung über den Einlass bis hin zur Anordnung der Aussteller – durchweg ordentlich und funktional wirkt.

Bei der Ankunft sieht man eine große Anzahl von Menschen, die auf die Messe zugehen, und vor dem Messegelände bildet sich oft eine charakteristische Schlange für den Kauf von 0-Euro-Souvenir-Banknoten – ein Phänomen, das an sich schon interessant ist, da es sich um ein Produkt handelt, das zwar kein echtes Geld ist, aber offensichtlich einen sehr starken Sammlerwert hat. Diese Schlange wird im Laufe des Tages kaum kürzer, während der Andrang an der Kasse unmittelbar nach der Öffnung am größten ist und sich die Lage eine Stunde bzw. eineinhalb Stunden später deutlich entspannt.

In der Halle sind die Exponate so angeordnet, dass Postkarten und andere Sammlerstücke am Eingang ausgestellt sind, während sich der Großteil der Numismatik weiter im Inneren befindet, wo sich die Stände der größeren Aussteller befinden, und gegen Ende der Halle immer mehr kleinere Händler zu finden sind. Die Numismatik ist sehr stark vertreten, und zu den Ausstellern zählen große tschechische und regionale Numismatikhäuser sowie zahlreiche kleinere tschechische, slowakische und andere Händler aus der Region. Die Messe hat zudem einen ausgeprägten internationalen Charakter, obwohl einige der Händler regelmäßig auf größeren europäischen Messen vertreten sind, sodass man in München, Berlin oder Maastricht dieselbe oder eine sehr ähnliche Auswahl vorfindet.

Münzen und Banknoten sind in etwa zu gleichen Teilen vertreten, doch was besonders auffällt, ist weniger die Seltenheit des Materials als vielmehr das hohe Preisniveau. Diesmal hat der Autor gezielt die Preise einzelner Objekte auf der Messe mit Online-Angeboten und erzielten Auktionsergebnissen verglichen. Es wurde eine Analyse sowohl von gewöhnlicherem als auch von hochwertigerem Material, von zertifizierten und nicht zertifizierten Exemplaren sowie von günstigeren und teureren Artikeln durchgeführt. Es zeigte sich sofort, dass die Preise auf der Messe sehr oft etwa 30 Prozent über den Online-Preisen liegen und bei einigen teureren Objekten sogar 30 bis 40 Prozent höher sind – selbst wenn man die Provision des Auktionshauses zum Ergebnis hinzurechnet.

Eine solche Diskrepanz wirft natürlich die Frage nach der Logik der Händler selbst auf, zumal klar ist, dass die Kosten für die Teilnahme an einer großen Messe hoch sind und man in erster Linie „seinen Lebensunterhalt verdienen” muss, d. h. die Kosten für Stand, Reise, Unterkunft, Verpflegung und sonstige Ausgaben decken muss. Es bleibt jedoch die Frage, inwieweit das Ziel darin besteht, den Artikel sofort auf der Messe zu verkaufen, und inwieweit es darum geht, das Sortiment zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und möglicherweise später einen Verkauf auszuhandeln. Interessanterweise liegen die Preise für günstigere moderne Artikel, wie beispielsweise Banknoten und Münzen aus aller Welt, oft viel näher an den Online-Preisen, während die größten Unterschiede bei teureren Artikeln zu finden sind, was etwas entgegen den Erwartungen liegt.

Was die Besucherzahlen angeht, so konnte man nach dem anfänglichen Ansturm, also zwei oder drei Stunden nach der Eröffnung, an den meisten Ständen problemlos herankommen und das Angebot durchstöbern. Man hatte den Eindruck, dass einige frühere Ausgaben der Messe besser besucht waren, was auch von einigen Händlern bestätigt wurde, die angaben, dass der Freitag hinsichtlich Besucherzahlen und Umsatz schwächer ausgefallen sei, während der Samstag etwas besser gelaufen sei.

Dennoch hat die „Sběratel“ einen klaren Mehrwert, der über den Kauf selbst hinausgeht. Es lohnt sich, eine solche Messe zu besuchen, um Kollegen zu treffen, mit Händlern zu plaudern, die Exponate persönlich zu begutachten und die Atmosphäre der numismatischen Gemeinschaft zu genießen – ohne jedoch zu erwarten, auf ein außergewöhnliches Schnäppchen zu stoßen.

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Museum der Tschechischen Nationalbank

Besuchen Sie die Dauerausstellung „Menschen und Geld” bei der Tschechischen Nationalbank Es ist eine ganz andere Erfahrung – und eine sehr positive dazu. Die Ausstellung befindet sich im Gebäude der Tschechischen Nationalbank im Zentrum von Prag; der Eintritt ist frei, und vor dem Betreten durchläuft man eine Sicherheitskontrolle, was angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Zentralbank handelt, durchaus verständlich ist.

Schon allein das Ambiente verleiht der gesamten Ausstellung eine besondere Würde, da sie in einem ehemaligen Banktresor untergebracht ist. Man steigt eine Treppe hinunter zum Ausstellungsraum und passiert dann große, massive Tresortüren, die genau so aussehen, wie man es aus Filmen kennt – mit einer dicken Konstruktion und großen Metallstangen, die sie verriegeln. Schon dieser Teil hinterlässt einen starken Eindruck und verleiht dem Raum eine Atmosphäre, die sehr gut zum Thema Geld und Bankwesen passt.

Gleich am Eingang fällt sofort eine riesige Goldmünze mit einem Nennwert von 100 Millionen tschechischen Kronen und einem Gewicht von rund 130 Kilogramm ins Auge. Auf den ersten Blick wirkt sie so surreal, dass man leicht annehmen könnte, es handele sich um eine Nachbildung, doch die Mitarbeiter der Bank bestätigten, dass die echte Goldmünze ausgestellt ist. Genau dieses Objekt dominiert den gesamten Raum und verleiht der Ausstellung einen sehr starken ersten visuellen Eindruck.

Die Ausstellung selbst ist nicht besonders groß, aber sehr gut und geschmackvoll gestaltet. Es wird eine große Anzahl von Münzen, Banknoten und anderen geldbezogenen Objekten gezeigt, anhand derer die tschechische und tschechoslowakische Geldgeschichte im breiteren Kontext der Entwicklung des Geldes und des Zentralbankwesens dargestellt wird. Der Raum ist gerade groß genug, damit ein Besucher alles betrachten kann, ohne sich überfordert oder von Informationen überflutet zu fühlen, und gleichzeitig umfangreich genug, um einen sehr guten Einblick in die Währungs- und Numismatikgeschichte der Region zu vermitteln.

Gerade dieses Maß ist eines der größten qualitativen Merkmale der Ausstellung. Sie ist weder überladen noch langatmig, und dennoch keineswegs oberflächlich. Münzen und Banknoten stehen weiterhin im Mittelpunkt, während der breitere Kontext dazu dient, sie zu erklären und zu ergänzen, anstatt von den Objekten abzulenken.

Aus der Sicht eines Besuchers, der sich ernsthaft für Numismatik interessiert, ist dies ein hervorragendes Beispiel dafür, wie jedes Land seine eigene Währung und seine Währungsgeschichte präsentieren sollte. Die Ausstellung befindet sich im Stadtzentrum, der Eintritt ist frei, das Personal ist freundlich und die Ausstellung ist qualitativ so hochwertig, dass sie sowohl der breiten Öffentlichkeit als auch Numismatikern empfohlen werden kann.

Kutná Hora und das Tschechische Silbermuseum

Die dritte Station dieser numismatischen Reise war Kutná Hora, eine Stadt etwa eine Autostunde von Prag entfernt, die in der Geschichte des tschechischen Münzwesens einen besonderen Platz einnimmt, da ihre Entwicklung unmittelbar mit den Silberminen, der königlichen Münzstätte und der Prägung des Prager Groschens verbunden war.

Das Tschechische Silbermuseum befindet sich in der historischen Stadt Hrádek und widmet sich, wie der Name schon sagt, in erster Linie dem Silber und der Geschichte des Bergbaus. Der größte Teil des Erdgeschosses und die gesamte Ausstellung sind den Bergwerken, der Technologie der Silbergewinnung und der Stadtgeschichte gewidmet, während der numismatische Bereich deutlich kleiner ist.

Die numismatische Ausstellung erstreckt sich tatsächlich auf einen einzigen Raum, in dem Münzen in mehreren Glasvitrinen ausgestellt sind. Von der Größe her handelt es sich nicht um eine große Ausstellung, und man sollte sicherlich kein riesiges numismatisches Fachmuseum erwarten, aber das, was zu sehen ist, ist sehr interessant und sehenswert. Besonders hervorzuheben sind die silbernen Prager Groschen und die schön präsentierten Taler, unter denen sich Exemplare in sehr gutem Erhaltungszustand befinden.

Gerade hier kann es zu den größten Diskrepanzen zwischen bestimmten numismatischen Erwartungen und dem tatsächlichen Eindruck kommen. Während klar ist, was man von der Sběratel-Messe erwarten kann – und weniger von der Ausstellung der Tschechischen Nationalbank –, ist davon auszugehen, dass in Kutná Hora mehr numismatisches Material zu sehen sein wird.

Daher stellt sich natürlich die Frage, ob es sich lohnt, nur wegen dieser Ausstellung von Prag nach Kutná Hora zu fahren. Wenn man sich ausschließlich auf die Numismatik konzentriert, lautet die Antwort wahrscheinlich „nein“, da eine zweistündige Hin- und Rückfahrt für einen relativ kleinen Raum keine Kleinigkeit ist.

Kutná Hora ist jedoch nicht nur ein Museum. Die Stadt ist wunderschön, für Touristen sehr interessant und verfügt über eine beeindruckende St.-Barbara-Kirche, eine Altstadt sowie einen umfassenden historischen Kontext, der eng mit dem Silber und der Entstehung der tschechischen Währung verbunden ist. Wenn man den Besuch des Museums mit einem Spaziergang durch die Stadt verbindet, die Kirche erkundet und die Stätte der königlichen Münzstätte entdeckt, gewinnt der gesamte Ausflug deutlich an Bedeutung.

In diesem Zusammenhang ist Kutná Hora auf jeden Fall einen Besuch wert, vor allem, wenn Sie ohnehin schon ein paar Tage in Prag verbringen oder auf der Durchreise durch diesen Teil der Tschechischen Republik sind. Die numismatische Ausstellung allein ist vielleicht kein Grund für eine extra Reise, aber in Verbindung mit der Stadt, der Geschichte des Silberbergbaus und der Geschichte des Prager Groschen trägt sie hervorragend dazu bei, ein umfassenderes Verständnis der tschechischen Geldgeschichte zu gewinnen.

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Die tschechische Numismatik ist im Großen und Ganzen ein äußerst interessantes Fachgebiet mit einer langen und reichen Geschichte der eigenen Münzprägung und bietet vom Mittelalter bis zur Gegenwart eine Vielzahl von Themen, die ernsthafte Beachtung verdienen. Das tschechische numismatische Erbe ist nicht nur im nationalen Kontext von Bedeutung, sondern stellt auch einen wichtigen und interessanten Teil des übergeordneten europäischen und globalen numismatischen Erbes dar.

Autor: Zlatko Viščević mit KI-Unterstützung
Bilder: Zlatko Viščević

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