Ersatzbanknoten stellen ein besonderes und oft wenig bekanntes Segment der Banknotenphilatelie dar, das auf interessante Weise den technischen Prozess des Gelddruckens mit dem Sammlerhandwerk verbindet. Obwohl sie auf den ersten Blick nicht von regulären Banknoten zu unterscheiden sind, machen ihre Rolle im Währungssystem und die Art ihrer Kennzeichnung sie für Forscher und erfahrene Sammler besonders interessant. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Ursprünge von Ersatzbanknoten, die Methoden zu ihrer Identifizierung sowie ihre Bedeutung und ihren Wert in der Numismatik.
Druck von Ersatzbanknoten
Während des Banknotendruckprozesses werden einige Bögen aufgrund verschiedener Fehler aussortiert: Fehlausrichtung beim Druck, Papierbeschädigungen, Verunreinigungen, falsche Farben, verschiedene Flecken oder andere technische Mängel. Da Zentralbanken und Druckereien die genaue Anzahl der Banknoten jeder Ausgabe im Voraus planen, müssen die fehlerhaften Exemplare in entsprechender Menge ersetzt werden.
Ersatzbanknoten werden genau zu diesem Zweck gedruckt. Sie dienen als direkter Ersatz für Banknoten, die aus irgendeinem Grund die Qualitätskontrolle nicht bestanden haben, und stellen so sicher, dass die Gesamtmenge des im Umlauf befindlichen oder zur Ausgabe vorgesehenen Geldes unverändert bleibt. Es ist wichtig zu betonen, dass Ersatzbanknoten nicht aufgrund von Abnutzung gedruckt werden, sondern ausschließlich wegen Fehlern, die während des Herstellungsprozesses aufgetreten sind.
Tags und Verfahren zu deren Erkennung
Eines der Hauptmerkmale von Ersatzbanknoten ist, dass es keine allgemein anerkannte Methode zu ihrer Kennzeichnung gibt. Während einige Länder klar erkennbare Symbole verwenden, stützen sich andere auf subtile Unterschiede bei den Seriennummern, und wieder andere Länder wenden überhaupt kein Ersatzbanknotensystem an.
Die gängigste Methode zur Identifizierung ist die Verwendung spezieller Präfixe oder Suffixe in der Seriennummer. In manchen Systemen kann es sich dabei um ein Sternchen, einen zusätzlichen Buchstaben oder eine ungewöhnliche Zeichenfolge handeln, die nicht der Standardnummerierung entspricht. In anderen Fällen nehmen Ersatzbanknoten einen speziellen Seriennummernbereich ein, der nicht in die reguläre Serie passt.
Da es keinen einheitlichen Standard gibt, erfordert die Identifizierung von Ersatzbanknoten häufig den Rückgriff auf numismatische Literatur, Kataloge und Forschungsarbeiten. Heutzutage ist es üblich, dass numismatische Kataloge Angaben zum Vorkommen und zu den Merkmalen von Ersatzbanknoten für die jeweilige Region oder das jeweilige Land enthalten, auf die sie sich beziehen.

Katalogisierung und Marktwert
In numismatischen Katalogen werden Ersatzbanknoten als eigenständige Varianten aufgeführt, und es werden in der Regel Hinweise zu ihrer Identifizierung gegeben. Sie unterscheiden sich äußerlich von den Standardausgaben lediglich durch ihre Seriennummer, und allein daran lassen sie sich erkennen.
Die Katalogwerte für Ersatzbanknoten sind in der Regel höher als die für Banknoten aus der regulären Ausgabe. In manchen Fällen sind sie nur geringfügig höher, in anderen Fällen sind Ersatzbanknoten jedoch selten, sodass ihr Katalogwert deutlich über dem von Exemplaren aus der regulären Ausgabe liegt.

Ersatzbanknoten in Jugoslawien und den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens
Auf Banknoten des Königreichs SHS und des Königreichs Jugoslawien mit französischer Nummerierung wurden Ersatzserien meist mit dem Buchstaben X (dem kyrillischen Buchstaben H) gekennzeichnet. Bei den Nachkriegsausgaben bis in die 1970er Jahre gab es verschiedene Methoden zur Kennzeichnung von Ersatzbanknoten, wobei diese oft später als reguläre Serien in Umlauf gebracht wurden. Ab den 1970er Jahren setzten sich Präfixe, die mit dem Buchstaben „Z“ begannen (ZA, ZB, ZC), allmählich durch und dienten als Erkennungsmerkmal für Ersatzausgaben.
In den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens wird die Praxis, Präfixe mit dem Buchstaben „Z“ (ZA, ZB, ZC) zu verwenden, weitgehend fortgeführt. Dies gilt insbesondere für Banknoten, die in der Banknotendruckerei in Belgrad gedruckt wurden, darunter auch die Banknoten Serbiens, sowie für die während des Krieges in den von Serbien kontrollierten Gebieten in Bosnien und Herzegowina sowie in Kroatien verwendeten Banknoten.
Für Slowenien sind die Präfixe „ZA“ und „AZ“ verzeichnet, während für die Kriegsausgaben von Bosnien und Herzegowina das Präfix „RE“ verwendet wird. Für mazedonische Banknoten liegen uns derzeit keine verlässlichen Informationen zu den Präfixen vor, die für Ersatzbanknoten verwendet werden.

Kroatische Ersatzbanknoten
Kuna des Unabhängigen Staates Kroatien
Für einige Ausgaben der kroatischen Kuna des Unabhängigen Staates Kroatien ist bekannt, dass es Ersatzbanknoten gibt. Sie tragen keine spezielle Buchstabenbezeichnung; stattdessen unterscheiden sie sich von den regulären Ausgaben durch die Art des Aufdrucks der Seriennummer, die nicht mit einer mechanischen Nummeriermaschine, sondern von Hand vorgenommen wurde. Solche Banknoten lassen sich ausschließlich anhand der spezifischen Merkmale der manuellen Nummerierung identifizieren.
Einen detaillierten und systematischen Überblick über diese Banknoten gibt Vedran Krušelj in seinem Buch „NDH-Banknoten: Unbekannte Geschichten“.

Kroatische Dinar
Bei kroatischen Dinar-Banknoten ist bekannt, dass die Kennzeichnung von Nachdruckauflagen mit dem Präfix „Z“ versehen ist, allerdings ausschließlich bei Stückelungen über 100 kroatischen Dinar. Dies bezieht sich auf die Banknoten von 1991 im Wert von 100, 500 und 1.000 kroatischen Dinar; 2.000, 5.000 und 10.000 kroatische Dinar aus dem Jahr 1992 sowie 50.000 und 100.000 kroatische Dinar aus dem Jahr 1993.

Kuna der Republik Kroatien
In der Praxis herrscht unter Numismatikern häufig das Missverständnis, dass jede kroatische Kuna-Banknote mit der Serienbuchstabenkombination „AZ“, „BZ“ oder „CZ“ auch eine Ersatzbanknote sei. Diese Interpretation ist nicht ganz zutreffend. Ersatzbanknoten machen einen deutlich geringeren Anteil an der Gesamtemission einer bestimmten Stückelung aus, der auf nur 0,2–0,4 Prozent geschätzt wird, weshalb sie in Wirklichkeit seltener sind, als gemeinhin angenommen wird.

Ersatzbanknoten aus dem Jahr 1993
Auf allen Kuna-Banknoten aus dem Jahr 1993 wurde die „AZ“-Serie als Ersatz verwendet. In dieser Serie erfolgte die Nummerierung auf jeder dieser Banknoten nur bis zu einer bestimmten Nummer.
Ersatzbanknoten aus den Jahren 2001 und 2002
Auf allen Banknoten aus den Jahren 2001 und 2002 wurde die Seriennummerierung der „AZ“-Serie mit den Nummern fortgesetzt, die 1993 ausgelassen worden waren, mit Ausnahme der 10-Kuna-Banknote, auf der die Seriennummerierung dieser Serie mit der Nummer fortgesetzt wurde, die auf der Banknote desselben Nennwerts aus dem Jahr 1995 ausgelassen worden war.
Auf den 5-, 10-, 20- und 50-Kuna-Banknoten wurde weiterhin die „AZ“-Serie als Ersatz verwendet, während bei den 100- und 200-Kuna-Banknoten diese Rolle von der „BZ“-Serie übernommen wurde.
Es ist möglich, dass einige der 5-, 10- und 20-Kuna-Banknoten aus der „AZ“-Serie mit höheren Seriennummern als reguläre Banknoten in Umlauf gebracht wurden.
Banknoten im Wert von 50, 100 und 200 Kuna wurden in der „AZ“-Serie (ab der Nummer, bei der die vorherige Nummerierung aufgehört hatte) bis zum Ende dieser Serie, d. h. bis zur Nummer 9999999, gedruckt. Als Ersatz dienten nur die 50-Kuna-Banknoten mit niedrigen Nummern der „AZ“-Serie, während die übrigen Banknoten mit diesem Serienbuchstaben als reguläre Banknoten in Umlauf gebracht wurden.
Die „AZ“-Serie war die Standardausgabe der 100- und 200-Kuna-Banknoten. Die Banknoten der „BZ“-Serie, ausschließlich solche mit niedrigen Seriennummern, dienten als Ersatz. Die meisten der in dieser Serie gedruckten Banknoten wurden bis etwa zur Hälfte der Auflage als reguläre Banknoten in Umlauf gebracht.
Ersatzbanknoten aus dem Jahr 2012
Auf den 10- und 20-Kuna-Banknoten aus dem Jahr 2012 wurde zur Kennzeichnung von Ersatzbanknoten weiterhin die „AZ“-Serie verwendet. Die Nummerierung in dieser Serie wurde an der Stelle fortgesetzt, an der sie zuvor unterbrochen worden war, doch einige der Banknoten mit höheren Seriennummern wurden als reguläre Banknoten in Umlauf gebracht.
Auf der 50-Kuna-Banknote derselben Ausgabe lautete die Ersatzserie „BZ“, allerdings nur bei den Banknoten mit niedrigen Seriennummern. Die übrigen Banknoten mit dieser Buchstabenreihe wurden als reguläre Banknoten in Umlauf gebracht.
Auf den 100- und 200-Kuna-Banknoten aus demselben Jahr wurde die Nummerierung in der „BZ“-Serie mit den Nummern fortgesetzt, bei denen sie bei der vorherigen Banknotenausgabe aufgehört hatte. Diese Serie war die reguläre Serie. Bei den Ersatzbanknoten handelte es sich um diejenigen mit niedrigen Nummern in der „CZ“-Serie, während der Großteil der Banknoten derselben Serie als reguläre Banknoten in Umlauf gebracht wurde.

In der Praxis lässt sich nur schwer mit absoluter Sicherheit feststellen, welche Seriennummern genau als Ersatz für einzelne Banknoten dienten und welche als reguläre Banknoten verwendet wurden. Mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass alle Banknoten der Ausgabe von 1993 mit Nummern der Serie „AZ“ Ersatzbanknoten sind, ebenso wie die 10-Kuna-Banknoten mit diesem Serienbuchstaben aus den Jahren 1995 und 2004 sowie die 20-Kuna-Banknoten aus dem Jahr 2014.
Die hier vorgestellten Schlussfolgerungen basieren auf Vedran Krušeljs langjährigen Forschungen und Analysen des verfügbaren Materials, wobei auch einige andere Sammler zur Datenerhebung beigetragen haben. Weitere Informationen, die zu einem genaueren Verständnis dieses Themas beitragen könnten, sind willkommen.
Autoren: Zlatko Viščević i Vedran Krušelj (Abschnitt über Ersatzbanknoten in kroatischen Kuna der Republik Kroatien)
Bilder: Numex – Shop für Münzen, Banknoten und Militaria [www.numex.hr









