Auf Banknoten sind häufig Motive abgebildet, die für den ausstellenden Staat von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören bedeutende historische Persönlichkeiten, bekannte Sehenswürdigkeiten, Objekte von kultureller und künstlerischer Bedeutung, Flora und Fauna, architektonische und künstlerische Werke sowie Denkmäler.
Wenn wir von Denkmälern sprechen, meinen wir damit auch öffentliche Skulpturen im öffentlichen Raum. Unter diesen stechen insbesondere Reiterdenkmäler hervor, also Darstellungen von Menschen zu Pferd. Meist handelt es sich dabei um Kaiser und Könige, Feldherren, Krieger oder Helden aus der nationalen Geschichte und Mythologie. Die Darstellung einer Figur auf einem mächtigen und beeindruckenden Tier wie einem Pferd unterstreicht deren Bedeutung, Macht und symbolisches Gewicht zusätzlich. In diesem Zusammenhang verstärkt das Pferd den Eindruck von Autorität und Erhabenheit.

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Wenn wir an Pferde und Reiter auf Banknoten denken, fallen vielen sofort zwei Beispiele ein: die jugoslawische rote 100-Dinar-Banknote (1965–1986) und die kroatische 1.000-Kuna-Banknote (1993). Auf der 100-Dinar-Banknote befindet sich das Reitermotiv auf der Vorderseite und nimmt dort optisch eine sehr dominante Stellung ein, während es auf der 1.000-Kuna-Banknote auf der Rückseite zu finden ist, wo es als sekundäres, aber dennoch sehr gut erkennbares Motiv dient.
Abgesehen von den offensichtlichen Gemeinsamkeiten – das Pferd mit einem angehobenen Bein, die darauf reitende menschliche Figur, eine Kugel in der einen Hand und die andere, erhobene Hand mit einem weiteren Attribut – verbinden diese beiden Skulpturen noch ein weiteres, weitaus interessanteres Merkmal: Beide sind auf Banknoten in einer gespiegelten, also umgekehrten Form im Vergleich zu ihrem tatsächlichen Aussehen abgebildet.
Eine der beliebten „Aktivitäten“ unter Numismatikern und Sammlern ist es, ein Foto mit einer Banknote vor dem darauf abgebildeten Motiv zu machen. In manchen solchen Situationen kann es zu Überraschungen kommen, wenn man feststellt, dass die Darstellung auf der Banknote nicht der Realität entspricht – was auf der Banknote zu sehen ist, steht sozusagen „auf dem Kopf“.
Banknotenkünstler und -designer arbeiten innerhalb festgelegter Rahmenbedingungen und sind oft durch Kompositionsregeln, Sicherheitsmerkmale und ästhetische Ausgewogenheit eingeschränkt. Aus diesem Grund passen sie das ursprüngliche Motiv manchmal an oder verändern es, was von der breiten Öffentlichkeit meist unbemerkt bleibt, nicht jedoch von denjenigen, die mit dem ursprünglichen Motiv bestens vertraut sind und ein Auge für Details haben. Ob ein solcher Ansatz gerechtfertigt ist oder nicht, ist eine offene Frage, über die man diskutieren kann.
Bei den oben genannten Banknoten ist die Situation besonders interessant.
Jugoslawische 100-Dinar-Banknote
Auf der jugoslawischen 100-Dinar-Banknote, die zwischen 1965 und 1986 ausgegeben wurde, ist die Skulptur „Frieden“ des kroatischen Bildhauers Antun Augustinčić abgebildet. Die Skulptur wurde 1954 vor dem Gebäude der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York aufgestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde beschlossen, den Sitz der Vereinten Nationen in den Vereinigten Staaten von Amerika anzusiedeln. Der Bau des Komplexes begann 1949, und die Mitgliedstaaten wurden beauftragt, sich an der Gestaltung des Geländes zu beteiligen. Die damalige jugoslawische Regierung beschloss, eine Skulptur zu stiften, die das Engagement für den Weltfrieden symbolisieren sollte, und beauftragte Antun Augustinčić mit der Ausführung.

Der Bildhauer schlug eine Reiterfigur als Symbol des Friedens vor. Er entschied sich für eine weibliche Figur, da er diese für diese Symbolik für geeigneter hielt, und erklärte, der Frieden sei sicherer, wenn er von Frauen statt von Männern bestimmt werde. Als darauf hingewiesen wurde, dass das Pferd ein kriegerisches Tier sei, antwortete er, auch für den Frieden müsse gekämpft werden. Er vollendete die Skizze im Jahr 1952; sie zeigt eine triumphierende weibliche Figur mit strengem Blick, die geradeaus schaut und auf einem galoppierenden Pferd reitet. In ihrer rechten Hand hält sie einen Globus, in ihrer erhobenen linken Hand einen Olivenzweig. Der hinter ihr wehende Umhang und die dynamische Haltung des Pferdes suggerieren eine kraftvolle Vorwärtsbewegung, die die Völker der Welt symbolisch in Richtung Frieden führt.

Ein Vergleich der tatsächlichen Skulptur mit ihrer Darstellung auf der Banknote zeigt deutlich, dass das Motiv gespiegelt wurde. Zudem zeigt die Banknote die Rückseite bzw. Seitenansicht der Skulptur – jene Seite, auf der der Globus teilweise vom Körper des Reiters verdeckt ist und die Hand der Henne, die ihn hält, nicht zu sehen ist. Es bleibt unklar, warum nicht die Hauptansicht, also die „Vorderansicht“, der Skulptur verwendet wurde, in der die Hände und alle symbolischen Elemente deutlicher zu erkennen sind. Falls die Komposition erforderte, dass sich das Pferd nach rechts bewegt, hätte dies auch ohne Spiegelung des Motivs erreicht werden können.
Kroatische 1.000-Kuna-Banknote
„Auf der kroatischen 1.000-Kuna-Banknote aus dem Jahr 1993 ist die Skulptur „König Tomislav“ des Bildhauers Robert Frangeš Mihanović abgebildet. Es handelt sich dabei um sein monumentalste Werk, das zwischen 1928 und 1938 entstand und 1947 in Zagreb aufgestellt wurde.
Der Verein zur Errichtung eines Denkmals für König Tomislav wurde 1925 gegründet. Der Bildhauer fertigte 1930 ein Gipsmodell an, und die Skulptur wurde 1933/34 in Bronze gegossen. Der Sockel wurde 1940 fertiggestellt. Der Sockel wurde 1940 fertiggestellt und während der Kriegsjahre vor dem Hauptbahnhof aufgestellt. Das Denkmal wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1947, offiziell enthüllt. Ursprünglich wurde das Denkmal ohne die ursprünglichen Reliefs und das Wappen des Bildhauers errichtet, diese wurden jedoch später, im Jahr 1991, hinzugefügt.

Im Gegensatz zum vorherigen Beispiel zeigt die Banknote die Hauptansicht des Denkmals von vorne, auf der König Tomislav deutlich zu erkennen ist, der in der linken Hand das königliche Reichsapfel und in der rechten das Zepter hält. Allerdings wurde auch hier das Motiv gespiegelt. Auf der Banknote befindet sich der königliche Apfel jedoch in der rechten Hand und das Zepter in der linken, was vom tatsächlichen Erscheinungsbild des Denkmals abweicht.
Auch wenn man symbolisch gesehen erwarten würde, dass das Zepter in der rechten Hand gehalten wird, wird dieses Detail den meisten Betrachtern wahrscheinlich entgehen.
Möglicherweise erforderte die Komposition eine solche Anordnung der Skulptur, dass sich der Ritter – oder vielmehr das Pferd – nach rechts bewegen würde. Dies hätte jedoch durch eine andere Lösung vermieden werden können: Die Statue von König Tomislav hätte über der Nennwertangabe von tausend Kuna platziert werden können, während sich die Kathedrale von Zagreb im linken Teil der Banknote befunden hätte. Dadurch wäre die Reiterstatue in der Mitte der Rückseite platziert worden, während die Kathedrale nach links verschoben worden wäre. Letztendlich entschied man sich jedoch für das bestehende Design, das sich optisch als gelungen erwies und für die meisten Nutzer der Banknote wahrscheinlich kein Problem darstellte.
Umgekehrte Realität
Beide Banknoten sind gestalterisch sehr gelungen, geschmackvoll ausgeführt und entsprechen den visuellen Standards der Epoche, in der sie entstanden sind. Die Anpassung des Motivs an die Gesamtkomposition mindert ihren künstlerischen Wert nicht. Dennoch ist die spiegelbildliche Darstellung der Reiterstatuen eine interessante Kuriosität und eine Abweichung von der Realität.
Solche Beispiele sind in der Numismatik keine Seltenheit. Ganz im Gegenteil – sie erinnern uns daran, dass das, was auf Münzen abgebildet ist, nicht immer ein wörtliches Abbild der Realität ist, sondern vielmehr deren Interpretation, manchmal sogar eine verkehrte Wahrnehmung. Gerade in solchen Details liegt der besondere Reiz und der Grund dafür, warum die Numismatik ein stets interessantes und anregendes Forschungsgebiet bleibt.
Autor: Zlatko Viščević
Bilder: Numex – Shop für Münzen, Banknoten und Militaria [www.numex.hr]








