Woher kommt “lova”?

In der Numismatik, wo Münzen nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Objekte von kulturellem und historischem Wert untersucht werden, spielen auch die sprachlichen Merkmale der Münze eine bedeutende Rolle: die Inschriften auf der Münze, die verwendete Schrift, die Sprache und die offizielle Bezeichnung der Münze. Daher wird in der Numismatik dem Namen der Währungseinheit (Währung), den Bezeichnungen der Nennwerte (Stückelungen) und sogar den umgangssprachlichen Bezeichnungen, die im täglichen Sprachgebrauch verwendet werden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Es ist durchaus üblich, dass manche Münzen oder Banknoten im Alltagssprachgebrauch ihre eigenen spezifischen Bezeichnungen haben, und manchmal haben bestimmte Nennwerte sogar einen ganz eigenen Namen. Die meisten Menschen kennen wahrscheinlich Begriffe wie: Soma, Banka, Kila, Cigla, Medo, Jezer(ač), Rudar, Konj, Seljanka, Stoja, Cener, Ljubičasta usw. Ebenso haben Währungen ihre eigenen „volkstümlichen“ Namen: Zelembaći, Orlići, Markice, Švicarci…

Ausdrücke wie „šuška“, „kinta“, „pare“, „penezi“, „perje“, „šoldi“, „keš“ und „lova“ werden oft als Synonyme für Geld verwendet.

Eines der interessanteren Synonyme für Geld ist das letzte – “lova”, das eine interessante Etymologie aufweist.

Nur wenige Menschen wissen, dass das Wort “lova”, das als Synonym für Geld verwendet wird, aus der Sprache der Roma stammt. Im Romani bedeutet “lova” Geld und, im weiteren Sinne, Reichtum.

Dieser Begriff wird mit den Lovari-Roma in Verbindung gebracht, den in Kroatien heimischen Roma, die seit dem 14. Jahrhundert in Kroatien ansässig sind. Die Lovari widmeten sich vor allem dem Handel, insbesondere mit Pferden, weshalb sie aufgrund ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit nach Geld (“lovi”) benannt wurden. Die Lovari waren einst nicht nur für ihre Handelsfähigkeiten bekannt, sondern auch dafür, dass sie die einzige Roma-Gruppe waren, die traditionell in festen Behausungen lebte.

Diese etymologische Verbindung zwischen dem Wort “lova” und der Roma-Kultur der Lovara bietet einen interessanten Einblick in den historischen und kulturellen Austausch und trägt dazu bei, zu verstehen, wie sprachliche Ausdrücke zu einem integralen Bestandteil eines breiteren gesellschaftlichen Sprachgebrauchs werden können. Im numismatischen Kontext bereichert diese Information das Verständnis des kulturellen und historischen Kontextes, in dem Geld verwendet und wahrgenommen wird, zusätzlich.

Autor: Zlatko Viščević

Nach oben scrollen